Schlagwort-Archive: Irland

Ken Bruen: Jack Taylor fliegt raus | ****

Buchcover von Ken Bruen: Jack Taylor fliegt rausJack Taylor, Privatdetektiv, Ex – Bulle und bibliophiler Trinker aus Galway ist wohl das Gegenteil eines erfolgreichen und smarten Gangsterjägers: in den meisten Kneipen der Stadt hat er Lokalverbot, seine Wohnung wird gekündigt, und mit der Liebe will es zwischen Entziehungskuren und Rückfällen auch nicht so recht funktionieren. – Ein neuer Fall steht ins Haus: eine verzweifelte Mutter glaubt nicht an den Selbstmord ihrer 16-jährigen Tochter und beauftragt den Ermittler mit weiteren Nachforschungen. Als dann noch einige Freunde Taylors das Zeitliche segnen, droht er völlig in Depressionen zu versinken.-
Mit Jack Taylor hat der irische Autor Ken Bruen die Kriminalliteratur um eine schillernde neue Figur bereichert. Die geniale deutsche Übersetzung stammt von einem gewissen Harry Rowohlt…

Atrium | 2009| 302 Seiten| Taschenbuch| 9783855350445| 16,00 €|

Peter Linebaugh / Marcus Rediker: Die vielköpfige Hydra. Die verborgene Geschichte des revolutionären Atlantiks | *****

linebaugh_hydraDie amerikanischen Historiker Peter Linebaugh und Marcus Rediker beschreiben den Aufstieg des britischen Empire und die Entfaltung des Kapitalismus aus einem radikal anderen Blickwinkel. In der Frühzeit des Kapitalismus, von der Mitte des 17. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts, einer Periode, die Karl Marx als „ursprüngliche Akkumulation des Kapitals“ definierte, wurden die Grundlagen für den Aufstieg Großbritanniens zur führenden, europäischen Macht gelegt. Der Reichtum einer kleinen, besitzenden Klasse entstand durch Ausbeutung, Gewalt, Terror und Sklaverei. In England wurde ein großer Teil der Landbevölkerung durch Einzäunungen von der Allmende, dem bisherigen Gemeineigentum, ausgeschlossen, in Arbeitshäusern versklavt oder zwangsweise zum Militär und zur Marine gepresst. Das britische Empire ließ Irland, Nordamerika und die Karibik kolonisieren. Sklavenschiffe transportierten hunderttausende Afrikaner in die Karibik und die nordamerikanischen Kolonien, die Ureinwohner Amerikas wurden unterworfen. Die vielköpfige Hydra ist die Geschichte der Unterdrückten und Kolonisierten auf beiden Seiten des Atlantiks, die vielfältige Formen des Widerstandes praktizierten, die teilweise miteinander vernetzt waren und in unzähligen Revolten, Aufständen, aber auch als Piraten die Herrschenden in Angst und Schrecken versetzten und diese von eben jener „vielköpfigen Hydra“ fabulieren ließen, der für jeden abgeschlagenen Kopf zwei neue wachsen. Den Autoren ist ein Meisterwerk einer Geschichtsschreibung der sozialen Bewegungen gelungen, das allgemein verständlich und gut lesbar ist.

Assoziation A | 2008 | Paperback | 427 Seiten | ISBN 9783935936651 | € 28,00 |

Adrian McKinty: Der sichere Tod | ****

mckinty_sichereNach misslungenen Betrügereien setzt sich der junge Protagonist Michael Forsythe Anfang der 90er-Jahre aus Belfast ab, um als Illegaler in New York sein Glück zu finden. Schnell steigt er in der irischen Gang von Darkey White auf, die in den verwahrlosten Straßenzügen zwischen Harlem und der Bronx von Drogenhandel und Schutzgelderpressung lebt. Als Michael eine Liaison mit Darkeys Freundin beginnt, ist seine Karriere jedoch ziemlich schnell zu Ende, so scheint es zumindest…Adrian McKinty gelingt ein temporeicher Krimi noir mit treffenden Dialogen und einem gekonnt inszenierten Plot. Wir freuen uns jetzt schon auf den zweiten Teil der Dead – Trilogie!

Suhrkamp | 2010 | 464 Seiten | Taschenbuch | ISBN 9783518461594 | € 9,95

Anne Enright: Das Familientreffen | ***

enright-_familientreffenLiam hat Selbstmord begangen. In Dublin bereitet die Großfamilie seine Beerdigung vor. Nur seine Lieblingsschwester Veronica macht sich Gedanken über die Umstände, die das schwarze Schaf der Familie in den Tod getrieben haben. Ein lesenswerter Roman über Familiengeheimnisse und Verstrickungen. Leider bleiben manche Figuren etwas blass.

DVA | 2008 | 343 Seiten | Hardcover | 978-3-421-04370-2 | € 19,95 |

Benjamin Black: Der silberne Schwan | ***

black_schwanJohn Banville schreibt unter diesem Pseudonym Krimis, die im Dublin der 50er Jahre spielen. Der Pathologe Quirke löst einen komplizierten Fall, in den auch seine Familie verwickelt ist. Black/Banville schafft es, ein treffendes Bild der irischen Nachkriegszeit zu zeichnen – mit etlichen Längen und wenig Thrill | AS |

Kiepenheuer & Witsch | 2009 | 416 Seiten | Hardcover | 
978-3-462-04014-2 | € 22,95