Kenner des Regenerschen Oevres ordnen dieses Werk innerhalb der Lehmann Trilogie als unbedeutend gegenüber den beiden anderen Romanen ein. Hier wird dem völlig im Verborgenen lebenden Chronisten der 80er Jahre und der „Selbständigen Politischen Einheit Westberlins“ (W.Ulbricht) jedoch Unrecht getan. Dieser große Roman, obwohl als letzter erschienen, ist der zweite in der Chronologie der Ereignisse um Frank Lehmann, der, aus Bremen kommend, endlich in der großen Stadt eintrifft und sofort mit zwei Fragen konfrontiert wird: Wo ist sein großer Bruder? Und: Kann man beim Griechen den Ouzo danach nicht auch vorher trinken? Fragen über Fragen, auf die uns Lehmann überzeugende Anworten gibt | AS |
Goldmann | 2010 | 313 Seiten | Belletristik | Taschenbuch | 9783442470310 | 9,95 €
Ostberlin im Frühjahr 1961: Der aufstrebende Literaturkritiker Linus Cord bekommt eines Morgens Besuch von einem sehr unauffälligen Herrn der „Firma“. Dieser möchte Cord dazu bewegen, sich im westlichen Teil der Stadt bei der Auskunftsstelle der Wehrmacht die Nummer seiner Erkennungsmarke zu beschaffen. Linus ist irritiert und ringt mit sich, schließlich ist er überzeugter DDR - Bürger. In diesem satirischen Roman gelingt es dem großen, alten Herrn der DDR - Literatur, uns Lesern die Absurdität eines staatlichen Überwachungs- und Spitzelsystems vor Augen zu führen. Hermann Kant schreibt mit Sprachwitz und Humor und führt uns als allwissender Autor routiniert, aber manchmal ein wenig bemüht durch die Handlung | AS |
Als der renommierte Kunst-Restaurator Victor Kunzelmann in Stockholm stirbt, hinterlässt er seinem Sohn Joakim eine Werkstatt mit zerstörten Bildern und etliche offene Fragen. Daraufhin begibt sich Joakim auf die Suche nach der Vergangenheit seines Vaters, dessen berufliches Leben als Lehrling eines Kunstmalers im Berlin der Dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts seinen Anfang nimmt. Fälschungen von Autogrammen der Nazi-Prominenz folgen, ebenso wie erste Fälschungen berühmter Gemälde und, nach Inhaftierung, das streng geheime Fälschen britischer Pfundnoten für die Nazis. In der Nachkriegszeit schließlich perfektioniert Viktor Kunzelmann sein Doppelleben als genialer Fälscher und gleichzeitig berühmter Experte zur Aufdeckung von Kunstfälschungen. Vallgrens zweiter ins Deutsche übertragene Roman überzeugt als intelligenter Familienroman ebenso wie als Entwicklungsgeschichte einer besonderen Persönlichkeit | BS |